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Gentechnik in der Krebsmedizin

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3.3.2 Genfähren

Die DNA-Abschnitte werden umgehend in Zellen eingebracht, welche die Information somit erhalten für neue Proteine. Genfähren sind die gebräuchlichste Art diese Gene in Zellen einzubringen. Sie sind sozusagen Behältnisse für die Gene. Sie werden unterteilt in virale und nichtvirale Genfähren.

3.3.2.1 Virale Genfähren

Virale Genfähren sind wie schon gesagt Viren, welche zum Gentransport eingesetzt werden. Sie sind nicht mit einem Lichtmikroskop sichtbar und bestehen aus einer Kapsel unterschiedlicher Form aus Eiweißen in der sich ein DNA-Strang befindet mit der genetischen Information des Virus. Um Sie zu Genfähren umzubauen wird die virale DNA oder auch RNA entfernt um das neue Erbgut einzubauen. Viren besitzen allgemein die Eigenschaft ihr Erbgut in die Zelle einzubringen, und sie dann dazu zu bringen die gewünschten Gene zu synthetisieren. Man unterscheidet bei der Anwendung für die Gentherapie die Adeno- und die Retroviren. Die Adenoviren bringen ihre Gene in den Zellkern ein, die Gene integrieren sich jedoch nicht in das Erbgut der Zelle. Dennoch werden die DNA-Stränge abgelesen und die Proteine synthetisiert und können ihre Wirksamkeit entfalten. Jedoch geht die Information für die bestimmten Proteine bei der Zellteilung verloren, weil nur die Chromosomen repliziert werden. Dadurch geht die eingeschleuste Nachricht verloren und die Therapie besitzt nur einen zeitlich begrenzten Erfolg. Dieser Nachteil ergibt sich jedoch nicht bei dem Einsatz von Retroviren als Genfähren. Diese Retroviren erstellen
von ihrem Genom eine DNA-Kopie und veranlassen sie dazu sich in das Erbgut der Zelle zu integrieren. Fraglich ist jedoch, wo sich das therapeutische Gen in das Erbgut einbaut. Dennoch bleibt das therapeutische Gen trotz der Zellteilung erhalten und kann die gewünschten Proteine weiter synthetisieren. Ein Nachteil von Retroviren ist jedoch ihre starke Tendenz zum Umbau oder Verlust ihrer eigenen Basensequenzen. Somit kann sich ihr Erbgut beliebig umbauen und sie könnten auch neuen Krebs auslösen. Dennoch besitzt der Einsatz viraler Genfähren die wahrscheinlichst größten Chancen für die Zukunft.

3.3.2.2 Nichtvirale Genfähren

Die anderen Methoden des Gentransfers beinhalten Liposomen, Mikroinjektion, UV-Laser, Elektroporation und die Partikelpistole.
In die Liposomen wird die DNA eingeschleust. Der Vorteil an Liposomen ist das sie mit der Membran verschmelzen können und ihr Erbgut in das Zellinnere abgeben. Jedoch besteht, wie bei den meisten Methoden, wie auch bei den Liposomen darum das Problem das kein Einbau der DNA in das Erbgut gewährleistet ist. Die entsprechenden Gene könnten auch mit einer extrem feinen Kanüle in den Zellkern injiziert werden und dort ihre Wirkung entfalten. Auch mit einem speziellen UV-Laser könnten Erfolge erreicht werden. Der Laser könnte kleine Löcher in die Zellmembran schießen und die DNA könnte durch diese in die Zellen eingeführt werden. Der gleiche Effekt wird durch Elektroporation hervorgerufen und die DNA könnte auch durch diesen Weg in das Zellinnnere gelangen. Der Reizstrom bildet kurzzeitig kleine Löcher in der Membran. Eine ganz andere Methode wäre der Beschuss der Zelle mit Goldpartikeln welche mit Fremd-DNA beschichtet sind. Diese Partikel würden unter anderem auch in den Zellkern gelangen und dort in der Lage sein neue Proteine zu codieren.
Jedoch sind alle Methoden des Gentransfers noch immer nicht voll ausgereift und bieten auch noch nicht die Sicherheit einer routinierten Anwendung.
  
Grüne Reihe. Materialien für die Sekundarstufe II: Genetik. Neubearbeitung
von Lutz Hafner
Siehe auch:
Grüne Reihe. Materialien für den Sekundarberei...
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Cytologie - Neubearbeitung (Materialien für...
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